Immobilienverkauf - privat oder doch lieber mit Makler?
Beim privaten Immobilienverkauf lauern häufig versteckte Stolpersteine. Daher ist es wichtig, sich vertraglich abzusichern und gegen Risiken und Fallstricke zu wappnen.
"Das nehme ich doch am Besten selbst in die Hand“ ist vielen beim Immobilienverkauf schon in den Sinn gekommen. Schließlich steckt nicht nur viel Herzblut, sondern möglicherweise Schweiß in den eigenen vier Wänden, was dann auch entsprechend honoriert werden sollte. In unserem komplexen Geschäftsleben kann sich diese Einschätzung ohne Zuhilfenahme eines Maklerexperten jedoch schnell zum Nachteil mit hohem finanziellen Ärger und Aufwand entwickeln.
Immobilienverkauf mit Tücken
Zu überzogene Preisforderungen können beispielsweise Kaufinteressenten gleich zu Beginn verschrecken. Erheblich belastend kann sich jedoch auch das Fehlen einer zuverlässigen Absicherung gegen Nachforderungen des Käufers erweisen. Privatverkäufer wissen häufig nicht, dass man Gewährleistungsausschlüsse in den Vertrag aufnehmen kann. Verschwiegene, aber dem Verkäufer bekannte Mängel können noch nach Jahren zur Rückabwicklung des Kaufs führen können.
Immobilienverkauf: Gewährleistung bei Baumängeln
„Der Gewährleistungsausschluss ist beim Immobilienverkauf besonders wichtig“, erklärt Robert Anzenberger, Vorstand des Immobiliendienstleisters PlanetHome. Verkäufer sichern sich damit gegen rückwirkende Ansprüche des Käufers ab. Das gilt selbst dann, wenn die Mängel dem bisherigen Besitzer nicht bekannt waren. Als Gegenleistung fordert der Gewährleistungsausschluss vom Verkäufer, dass er offen und ehrlich über bekannte Mängel Auskunft gibt. Tut er dies nicht, kann der Käufer - sofern er eine wissentliche oder arglistige Täuschung nachweisen kann - auch Jahre nach dem Immobilienverkauf noch Regressforderungen stellen. Das kann bis zur Rückgabe der Immobilie und zur Rückforderung des Kaufpreises gehen.
Bewertungsgutachten für erfolgreichen Immobilienverkauf
Möchten Eigentümer bzw. Verkäufer einer Bestandsimmobilie versteckte Mängel an der Bausubstanz offen legen beziehungsweise auf Nummer „Sicher“ gehen, empfiehlt sich die Erstellung eines Bewertungsgutachtens. Die Expertise bringt gleich mehrere Vorteile: Erstens stärkt sie die Vertrauensbasis gegenüber potentiellen Käufern. Zweitens erfährt der Verkäufer den Verkehrswert seiner Immobilie und drittens schützt ihn das Papier vor dem möglichen Vorwurf der arglistigen Täuschung - und damit vor unkalkulierbaren Regressforderungen.
Immobilienverkauf für Profis
Beim Immobilienverkauf darf in Deutschland keine Immobilie ohne notarielle Beglaubigung den Besitzer wechseln. Der Verkauf mittels Notar bringt beiden Parteien zusätzlich Rechtssicherheit. Nebenabsprachen zwischen den Vertragsparteien muss der Notar in den Vertrag aufnehmen, andernfalls kann der Verkauf in diesem Falle auch nach Jahren von einer Seite angefochten werden. Seriöse Immobilienmakler bieten sowohl Unterstützung beim Aufsetzen des Vertrages an und kommen auf Wunsch auch zum Notartermin mit.
Aber nicht nur bauliche und rechtliche Tücken können Verkäufern das Leben schwer machen. Bereits während der Käufersuche kann die Unterstützung von Verkaufsprofis wertvoll sein. Beispielsweise sind ausgebildete Makler in der Lage, den Verkaufswert der Immobilie zu ermitteln und haben in der Region in der Regel ein gutes Netzwerk potenzieller Kunden in ihren Datenbeständen. Der "Makler des Vertrauens" gibt auch Ratschläge, ob es etwa ratsam ist, überfällige Reparaturen noch selbst durchzuführen oder sie dem Käufer zu überlassen und dafür einen Preisnachlass zu gewähren.
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