Eine überstürzte Handlung führt oft zu Fehlern. Ein Auto kann notfalls mit wenig Verlust verkauft werden, beim Haus gelten bei 20 bis 30 Jahren Bindung an die Hausbank andere Regeln. Da sind falsche Weichenstellungen von vornherein zu vermeiden. Die Findungsphase vor dem Kauf oder der Geldanlage ist, wenn möglich, auszudehnen: So lernt man Baukonzepte, Grundrisse, etc. kennen. Und damit auch immer besser, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was soll, was kann, was muss beim eigenen Haus/Wohnung auf alle Fälle drin und dran sein.

Mit Frau und Kindern wird eher das Häuschen im Grünen gefragt sein, als die kleinere Stadtwohnung. Als Single ohne kurzfristige Familienplanung ist wäre die Stadtwohnung wohl das geeignetere. Je nach Lebensstil werden auch Wohnformen wie Penthouse-Eigentumswohnung, Altbau, Loft oder auch das Mehrfamilienhaus - als Steuerobjekt ausgewählt.
Generell müssen jedoch Prioritäten gesetzt werden. Bei der Planung sollten zunächst die ersten 10 Jahre fest im Blickfeld sein. Fragen wie: Wird die Familie größer? Wie weit darf der Wohnort vom Arbeitsplatz entfernt sein? Ziehen die Kinder bei einem Bauvorhaben mit ein? Oder eh bald in die eigenen vier Wände? All diese Fragen müssen zur Zufriedenheit aller im Vorwege geklärt werden.
Schließlich steht die persönliche Finanzsituation auf dem Prüfstand. Nach ihr richtet sich aus, was letztlich guten Gewissens ausgegeben bzw. dauerhaft abgetragen werden kann. Die Faustregel, dass etwa 25, besser 30% der gesamten Kaufsumme, in Form von Eigenkapital vorhanden sein sollte, ist ein guter Gradmesser. Umso mehr zur Verfügung steht, umso besser, denn im Gegensatz zu Vermietern bringen dem Selbstnutzer Schuldzinsen keine steuerlichen Vorteile.
Etwa das drei- bis vierfache des Eigenkapitals wird vom Finanzinstitut – wenn alle übrigen Voraussetzungen passen – finanziert. Sollte das Eigenkapital (noch) nicht ausreichen, heißt es sparen. Zum Eigenkapital zählen alle Geldmittel aus dem privaten Vermögen, für das keine Zinsen gezahlt werden müssen. Das kann z.B. aus Wertpapieren, fälligen Festgeldern, Lebensversicherungen, oder anderen Wertgegenständen mobilisiert werden. Auch das bereits bezahlte Grundstück für das neue Haus, angespartes Guthaben auf dem Bausparkonto, Verwandten- oder Arbeitgeberdarlehen zählen dazu. Eigenleistungen, auch bekannt unter Muskelhypothek, und effiziente Planungen können die finanzielle Belastung senken.
Für manche kann die Eigentumswohnung eine Alternative sein. Sie wird oftmals als klassischer, weil vergleichsweise preiswerter Einstieg, von jungen Leuten bevorzugt. So reiht man sich zügig in die kleine Riege der Immobilienbesitzer ein, und betrachtet den Erwerb als Übergangslösung auf dem Weg zum Wunschhaus. Auch dem Charme einer Gebrauchtimmobilie kann man durchaus erliegen. Doch das Einhalten wichtiger Regeln ist auch hier das A und O, damit es ein Erfolgsmodell wird, und nicht ein finanzielles Fass ohne Boden.
Hausbau oder Kauf? Beides bringt Vorteile. Der einfachste Weg ist sicher der Kauf einer bereits bestehenden, gebauten Immobilie. Die liegt einem quasi zu Füßen, ist greifbar und zu besichtigen. Und der aktuelle Verkehrswert lässt sich – notfalls unter Zuhilfenahme eines Gutachters – ziemlich schnell und zuverlässig ermitteln.
Die zweite Variante ist das Bauen in Eigenregie, in der Regel mit einem Architekten oder Generalunternehmer (GU). Der Architekt ist im besten Falle der Treuhänder Ihrer Interessen. Bauen mit ihm bedeutet ein Höchstmaß an Individualität. Das ist zunächst mit viel Schweiß, Zeit und leider oft auch Ärger verbunden. Als Belohnung hat man aber am Ende eine Immobile, die in Absprache mit dem Architekten von A – Z mit konzipiert wurde.
Das „Alles-aus-einer-Hand-Prinzip“ des Generalunternehmers (GU) – also Gebäude inklusive Grundstück zu einem Pauschalpreis – nimmt am Markt eine zunehmende Bedeutung ein und steht und fällt mit der Seriösität und Kompetenz des Anbieters. Bonität (zu erfragen bei der Hausbank) und Referenzen sind die besten Garantien für das Festpreisversprechen und die Termintreue des GU. Der Vorteil für den Investor besteht weiter darin, dass nur ein Ansprechpartner für die gesamte Bauorganisation, Überwachung und Auftragsvergabe verantwortlich ist.
Weitere Artikel zum Thema:
Eigentum statt Miete | Immobilienkauf - von der Finanzkrise profitieren