Heizung modernisieren in 9 Schritten

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Hausbesitzer verheizen jährlich Millionen von Euro, da ihre Heizung veraltet ist. Immonet zeigt, wie Sie Schritt für Schritt bei einer Heizungsmodernisierung vorgehen sollten, um Kosten zu sparen.

Schritt 1: Check Ihrer alten Heizung

Bevor Sie sich für eine Heizungsmodernisierung entscheiden, sollten Sie einen Fachmann aufsuchen, der Ihre Heizung prüft. Ein Handwerker kann beurteilen, ob der Einbau einer neuen Heizung  überhaupt notwendig ist. In manchen Fällen ist eine Optimierung mit Ausbau der alten Pumpe und einem „hydraulischer Abgleich“ (siehe Schritt 2) ausreichend.

Ein solcher Check kostet etwa hundert Euro. Bei der Handwerkersuche hilft der Zentralverband Sanitär, Heizung und Klima. Hier können Sie in Ihrem Umkreis einen passenden Ansprechpartner finden.

Schritt 2: Optimierung der alten Heizung

Wenn nicht alle Heizungen im Haus die gleiche Wärme abgeben, kann die ungleiche Verteilung des Heizwasser der Grund sein. Abhilfe verschafft ein „hydraulischer Abgleich“. Dieser führt dazu, dass alle Heizkörper die richtige Menge an Heizwasser haben. Somit können Sie circa zehn Prozent der Heizkosten einsparen. Zusätzlich können Sie die Heizpumpe austauschen. Dies kostet etwa 400 Euro. Neu auf dem Markt sind  hocheffiziente Modelle, die auf einem Display den Stromverbrauch anzeigen, damit Sie sehen, wie viel Energie Sie  einsparen. (Die genannten Optimierungen werden von der KfW-Förderbank gefördert, siehe auch Schritt 7.)

Schritt 3: Energieberatung

Wer  einen Heizkessel hat, der  über 15 Jahre alt ist, sollte über einen Austausch nachdenken. Für die Erneuerung können Sie  eine staatliche Förderung beantragen. Voraussetzung dafür ist es zunächst einen Energieberater aufzusuchen. Den finden Sie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale, bei der DENA oder hier. Ein Energieberater begleitet Sie von der Bestandsaufnahme bis zum Ende der Baumaßnahmen. Eine Erstberatung am Telefon oder per Mail ist kostenfrei. Ein „Hausbesuch“ kostet circa 45 Euro. Selbst dieser kann staatlich bezuschusst werden. Hierum kümmert sich der Energieberater, indem er das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kontaktiert. Sprechen Sie ihn vor dem Hausbesuch einfach auf die Fördermöglichkeiten an. Mehr Infos finden Sie hier

Schritt 4: Entscheidung für ein Heizsystem

Nehmen Sie sich Zeit um herauszufinden, welches System für Sie in Frage kommt. Heizen mit erneuerbaren Energien ist auf lange Sicht eine günstige und umweltfreundliche Alternative, bedeutet aber auch hohe Anschaffungskosten und eine Amortisierung nach mehr als zehn Jahren. Nutzen Sie als Informationsquelle auch unsere Artikel zum Thema „Heizen mit Biomasse“, „Heizen mit dem Mini- Kraftwerk“  und "Heizungssysteme im Vergleich".

Schritt 5: Preisvergleich

Stellen Sie einen ausführlichen Preisvergleich an, bei dem Sie Kosten für Anschaffung, Montage, Wartungsaufwand und Brennstoffverbrauch mit bedenken. Bei der Recherche hilft Ihnen Ihr Energieberater. Die Preise für die Modernisierung variieren stark, sodass wir nur ungefähre Richtwerte für die Kosten nennen können: Ein Gas-Brennwertkessel liegt bei zwischen 4.500 und 8.000 Euro plus Montagekosten, eine Heizung mit Holzpellets kostet circa 19.000 Euro inkl. Montage. Ein Mini-Blockheizkraftwerk liegt bei bis zu 35.000 Euro. Ein neuer Öl-Brennwertkessel kostet ab 3.000 Euro plus Montage.

Schritt 6: Beantragung einer staatlichen Förderung

Je nach Heizungssystem gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle oder der staatlichen KfW-Förderbank. Die  KfW-Bank unterstützt Sie mit einem Zuschuss beim Umbau, aber auch beim hydraulischen Abgleich, dem Einbau einer neuen Pumpe bei Heizungen mit fossilen Brennstoffen: (Gas- und Ölbrennkessel, Blockheizkraftwerke oder Fernwärme.) Sollten Sie das Geld für die Modernisierung nicht aufbringen können, gibt es die Möglichkeit bei der KfW einen Kredit zu beantragen. Informieren Sie sich bei der Bank zum Thema „Energieeffizient Sanieren“ und wählen die passende Förderung aus. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert regenerative Heizungen wie Holzheizungen, Solarthermie und Wärmepumpen.

Schritt 7: Baumaßahnen

Beginnen Sie nach der Förderzusage mit den Baumaßnahmen gemeinsam mit Ihrem Energieberater, der Sie begleitet, um Baumängel zu vermeiden. Er wird Ihnen nach Abschluss der Modernisierung eine „Bestätigung der Durchführung“ ausstellen.

Schritt 8: Einreichung der Abschlussunterlagen

Reichen Sie nach Ende der Sanierungsmaßnahmen die „Bestätigung der Durchführung“ bei Ihrer Bank ein. Sollten Sie einen Investitionszuschuss beantragt haben, wird er Ihnen nach Prüfung der Unterlagen überwiesen.

Schritt 9: Wärmedämmung

Wer seine Heizung modernisiert, sollte auch in Betracht ziehen die Wärmedämmung seines Hauses zu verbessern, ob durch Austausch der Fenster, Dämmung der Wände, des Dachs oder der Kellerdecke. Auch diese Sanierungsmaßnahmen werden von der KfW-Förderbank staatlich gefördert durch Zuschüsse oder zinsverbilligte Kredite. Informieren Sie sich hier über das Programm „Energieeffizient Sanieren“. Suchen Sie Rat bei einem Fachmann, ob eine Dämmung für Ihre Immobilie sinnvoll ist, da Algen und Schimmel entstehen können, wenn das Dämmmaterial nicht zum Haus passt. Hinzu kommt, dass Dämmstoffe aus Styropor als brandgefährlich eingestuft wurden. Hier sind also echte Profis gefragt.

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