Grunderwerbsteuer bringt Mehrbelastung für Immobilienkäufer
Immobilienkäufer und Bauherren müssen sich auf eine weitere Erhöhungen der Grunderwerbsteuer einstellen. Fünf Länder, nämlich Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Saarland, Bremen und Brandenburg, planen eine solche Anhebung.
Die Grunderwerbsteuer wird auf den Kaufpreis einer Immobilie fällig. Erwirbt man Haus und Grundstück von einem Bauträger einheitlich, so muss die Grunderwerbsteuer für den gesamten Kaufpreis gezahlt werden. Seit der Föderalismusreform 2006 dürfen die Bundesländer den Satz der Grunderwerbsteuer selbst festlegen. „Insbesondere auf Familien kommen damit höhere Nebenkosten zu, die den Immobilienerwerb erschweren“, kritisiert BFW-Bundesgeschäftsführerin Ira von Cölln.
Besonders in strukturschwachen Regionen wie z.B. Brandenburg wird ein Erwerb dadurch zusätzlich erschwert – denn hier ist ohnehin fraglich, ob eine Immobilie in dem Maße an Wert gewinnt, dass der Käufer von einem Verkauf profitiert. Dafür müsste er einen Preis erzielen, der den ursprünglich gezahlten Kaufpreis plus die Kaufnebenkosten übersteigt. Durch die Erhöhung der Grunderwerbsteuer sinkt diese Wahrscheinlichkeit und damit der Anreiz, ein Eigenheim zu erwerben.
Bremen und Brandenburg, Niedersachsen und das Saarland erhöhen die Grunderwerbsteuer schon ab 2011, Schleswig-Holstein will 2013 nachziehen. Im Saarland soll die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent auf 4 Prozent steigen, in Niedersachsen auf 4,5 Prozent. Wer ein Haus oder eine Wohnung im Wert von 200.000 Euro erwirbt, muss in Niedersachsen so künftig statt bisher 7.000 Euro 9.000 Euro bezahlen. Schleswig-Holstein und Brandenburg planen sogar den Rekord-Steuersatz von 5 Prozent einzuführen. Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt haben die Grunderwerbsteuer bereits von 3,5 auf 4,5 Prozent erhöht.
BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen