Grenzbebauung: Was muss man bei der Bebauung eines Grundstücks beachten?

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Alle Gebäude, Wohnhäuser wie gewerblich genutzte Gebäude, müssen einen Mindestabstand zum angrenzenden Grundstück einhalten. Das regeln die Bestimmungen zu Abstandsflächen in den Bauordnungen der einzelnen Länder (jeweils Paragraf 6). Der Abstand hat dabei die Höhe des Gebäudes zu betragen (einmal die Höhe = 1H). Ergänzend regeln die Bauordnungen, dass der Abstand mindestens aber drei Meter sein muss – auch wenn das Gebäude niedriger ist. 

Näher an der Grenze bauen: Ausnahmen von der Abstandsregelung
Es ist nicht unmöglich, Gebäude näher oder sogar direkt an der Grundstücksgrenze zu errichten. Wer das möchte, braucht dafür das Einverständnis seines Nachbars und eine Genehmigung vom zuständigen Bauamt.

Auf so eine Sondergenehmigung kann man als Bauherr allerdings in folgenden Fällen verzichten:

Nachbarhaus an der Grundstücksgrenze

Steht auf dem anliegenden Grundstück ein Gebäude, das bereits bis an die Grundstücksgrenze reicht, dürfen Sie auch ohne besondere Genehmigung ihr Haus dorthin bauen. Unter zwei Voraussetzungen: Erstens muss das Nachbarhaus bereits mit einer sogenannten Brandwand ausgestattet sein. Diese hat aus nicht brennbarem Material zu bestehen und soll im Fall eines Feuers das Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindern. Zweite Voraussetzung: Ihr neues, dann ja direkt angrenzendes, Gebäude unterliegt der Anbauverpflichtung. Das heißt, der Neubau muss sich an dem bestehenden Haus orientieren.

Bau eines Gartenhauses

Halten Sie beim Bau eines Schuppens oder Gartenhauses bestimmte Vorgaben ein, muss der Nachbar dem nicht zustimmen. Es darf an der Grundstücksgrenze stehen, wenn die Wandhöhe nicht mehr als drei Meter beträgt. Die Seitenlänge an einer Seite darf nicht mehr als neun Meter betragen.

Bau eines Stellplatzes

Beträgt die Größe eines Stellplatzes etwa für Fahrzeuge nicht mehr als 40 Quadratmeter, ist der Bau genehmigungsfrei möglich. Das gilt für nach oben offene Stellplätze. Soll dieser nachträglich überdacht werden, ist eine Genehmigung beim Bauamt einzuholen.  

Bau einer Garage

In der Regel gestatten die Bauordnungen der Länder das Errichten von Garagen. Sie dürfen wie Gartenhäuser nicht höher als drei Meter sein und ihre Fläche nicht größer als 40 Quadratmeter. Dann ist der Bau genehmigungsfrei erlaubt. Überschreiten die Maße diese Grenzen, ist eine ausdrückliche Erlaubnis wiederum erforderlich.

Ärger vermeiden: Empfehlungen zur Grenzbebauung

Auch wenn es nicht immer vorgeschrieben ist: Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Nachbarn, wenn Sie eine grenznahe Bebauung planen. Das persönliche Gespräch und eventuelle Kompromisse bei Einwänden tun dem nachbarschaftlichen Verhältnis gut.

Gerade bei kostspieligeren Bauvorhaben lohnt sich vor Beginn der Baumaßnahmen der Weg zum Bauordnungsamt. Dort kann jeder eine sogenannte Bauvoranfrage einreichen. Die Beamten prüfen dann, ob die Pläne dem Bebauungsplan der Gemeinde entsprechen. So können Sie im Zweifelsfall verhindern, dass Sie die Baumaßnahmen wegen einer nicht erteilten Genehmigung abbrechen müssen.

Es empfiehlt sich, die Grenzbebauung beim Grundbuchamt ordnungsgemäß eintragen zu lassen. Vorgeschrieben ist das nicht. Sie ersparen so aber sich selbst, möglichen nachfolgenden Bewohnern Ihres Hauses oder neuen Nachbarn unnötige Auseinandersetzungen über die Bebauung an der Grundstücksgrenze.

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