Günstige Entwicklung für Gewerbeimmobilien
Nach dem Rekordjahr 2011 wird die Nachfrage auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt 2012 etwas nachlassen. Durch das Abflauen der Konjunktur üben sich potenzielle Mieter und Investoren in vorsichtiger Zurückhaltung. Dennoch hält sich der Immobilien-Investmentmarkt auf einem stabilen Niveau.
Was zählt zu Gewerbeimmobilien?
Der Begriff Gewerbeimmobilien vereint eine Vielzahl an Gebäuden und Flächen. Grundsätzlich bezeichnet man als Gewerbeimmobilie die Flächen, die ausschließlich oder größtenteils gewerblich genutzt werden. Klassische Gewerbeimmobilien sind beispielsweise Büros, Lagerflächen, Werkstätten, Einzelhandelsflächen, Praxisräume, Produktionshallen, Bahnhöfe, Großraumdiskotheken oder auch Gastronomiebetriebe.
Mischform: Wohn- und Gewerbeimmobilien
Neben den reinen Gewerbeimmobilien gibt es auch gemischt genutzte Gebäude. Hierzu zählen Wohnhäuser, in denen eine Werkstatt oder eine Handelsfläche integriert ist. Hier befinden sich häufig Betrieb und Wohnung unter einem Dach. Auch eine Wohnung kann gewerblich genutzt werden. Für Gewerbeimmobilien gelten spezielle Mietverträge. Gewerbliche Mietverträge erlauben, anders als bei Wohnimmobilien, weitgehende Vertragsfreiheit. Es gibt beispielsweise keinen gesetzlichen Mieterschutz.
2012: Leichter Anstieg für deutsche Gewerbeimmobilien erwartet
Die Prognosen für die Entwicklung des europäischen Gewerbeimmobilienmarktes sind für 2012 eher verhaltend. Die Staats- und Eurokrise wirkt sich dämpfend auf Investitionsvorhaben und Beschäftigungspläne der Unternehmen aus. Das wird auch auf dem Gewerbeimmobilienmarkt spürbar werden. Experten sagen einen leichten Rückgang der Nachfrage nach gewerblichen Flächen voraus. Erst 2013 soll sich der europäische Gewerbeimmobilienmarkt langsam wieder erholen.
Bei den deutschen Gewerbeimmobilien sieht die Lage dagegen entspannter aus. Hier sagt der Jahresausblick einen leichten Anstieg der Nachfrage voraus. Das wirkt sich vor allem auf die Mieten von Handelsimmobilien in günstiger Lage aus, ihre Mieten ziehen weiterhin an. Auch bei der Vermietung von Büroflächen zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab. Allerdings setzt er im Vergleich zu den Handelsimmobilien etwas verzögert ein und steigt nicht in demselben Maße an. Das ist darauf zurückzuführen, dass zuerst die bestehenden Büro-Leerstände besetzt werden müssen, bevor die Mietpreise als Reaktion auf die gestiegene Nachfrage angehoben werden können.
Ausländische Investoren werden in Deutschland 2012 weiterhin aktiv sein. Die wirtschaftliche Stabilität des Standort Deutschland während der Euro-Krise stärkte das Vertrauen der Finanzleute. Auf deren Einkaufsliste stehen weiterhin Gewerbeimmobilien im obersten Segment, die sie mit langfristig gebundenen Mietern besetzen können. Dennoch kann man davon ausgehen, dass das Investitionsvolumen 2012 im Vergleich zum starken Vorjahr abnimmt, da das Mietinteresse aufgrund des konjunkturellen Abflauens rückläufig ist.
Wertermittlung bei Gewerbeimmobilien
Wenn Sie über den Kauf oder die Anmietung von Gewerbeimmobilien nachdenken, sollten Sie sich im Vorfeld gut informieren. Ein großer Unterschied zu herkömmlichen Wohnimmobilien besteht beispielsweise in der Wertermittlung. So werden Wohnimmobilien nach dem Sachwert, Gewerbeimmobilien hingegen nach dem Ertragswert bewertet. Die deutsche Besteuerung unterscheidet nach der Nutzung und legt unterschiedliche Grundsteuermesszahlen für Wohn- und Gewerbeimmobilien fest.
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