Tipps zum Kauf von Gewerbeimmobilien

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Bei der Auswahl eines geeigneten Gewerbegrundstücks haben Sie die Qual der Wahl. Denn neben Größe und Preis gibt es zahlreiche weitere Faktoren zu berücksichtigen. Immonet gibt einen kurzen Überblick, was Sie beim Kauf eines Gewerbegrundstücks beachten sollten.

Die Lage ist entscheidend

Der Standort spielt bei der Auswahl eines geeigneten Gewerbegrundstücks eine wichtige Rolle. Er muss zum jeweiligen Gewerbe passen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb oder ein Einzelhandel eignen sich beispielsweise nicht in einem Industriegebiet.

Auch die benachbarten Unternehmen sollten vor Ort begutachtet werden. Planen Sie ein Gewerbe, bei dem Sie oft von Kunden besucht werden, sollte die Umgebung einladend sein. Ein Kohlekraftwerk direkt nebenan wirkt auf Ihre Kunden eher abschreckend.

Darüber hinaus ist die infrastrukturelle Erschließung des Grundstücks wichtig. Damit Ihre Kunden und Mitarbeiter die Firma gut erreichen können, sollten in der Nähe eine Autobahnauffahrt sowie eine Haltestelle für öffentliche Verkehrsmittel zu finden sein.

Verfügen Sie bis dato über wenig oder keine Erfahrung beim Kauf von Grundstücken, könnte eine Grundstücksanalyse hilfreich sein. Dabei werden das Grundstück sowie seine Umgebung auf zahlreiche für Ihr Gewerbe ausschlaggebende Faktoren gecheckt und ein ausführliches Gutachten erstellt.

Bodenbeschaffenheit und Altlasten prüfen

Je nachdem, welches Gewerbe Sie planen, sollten Sie sich vorab über die Bodenbeschaffenheit des ausgewählten Grundstücks informieren. Diese bestimmt, ob beispielsweise das Fundament Ihrer Immobilie besondere Eigenschaften haben muss.

Ein häufig auftretendes Problem bei Gewerbegrundstücken sind Altlasten. Umweltgefährdende Stoffe im Boden wie Öle und Chemikalien oder auch Elektronikschrott, der jahrelang auf dem Grundstück gelagert wurde, sollten Sie vor dem Kauf entfernen lassen. Als Eigentümer sind Sie sonst für die kostspielige Beseitigung selbst verantwortlich. Das zuständige Altlastenkataster, das Bauamt oder auch die Umweltämter können Ihnen Auskunft darüber geben, ob Ihr Grundstück eine Altlastenverdachtsfläche ist. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem Bodengutachten, das Ihnen ein Geotechniker oder Ingenieurbüro anhand von Probebohrungen erstellt.

Auch die Höhe des Grundwasserpegels kann zusätzliche Kosten verursachen. Ist er sehr hoch, muss das Grundstück eventuell aufgeschüttet werden.

Zusätzliche Kosten einplanen

Der Kaufpreis für das Grundstück ist nicht der einzige Kostenpunkt, der auf den Eigentümer zukommt. Abseits der unerwarteten Ausgaben durch eventuelle Bodenmängel entstehen auch Nebenkosten für den Notar, den Grundbucheintrag sowie die Grunderwerbssteuer. Planen Sie dafür insgesamt etwa fünf bis acht Prozent des Kaufpreises bei Ihrer Finanzierung zusätzlich ein.

Das darf auf dem Gewerbegrundstück gebaut werden

Mit dem Kauf eines Grundstücks sind Sie zwar der alleinige Eigentümer, unterliegen bei der Bebauung aber meist gewissen Restriktionen durch die zuständige Gemeinde. Diese werden aus dem Flächennutzungsplan entwickelt und sind in einem Bebauungsplan für Gewerbegrundstücke festgelegt. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zur Höhe und Dachform des Gebäudes, zu Abstandsflächen sowie zur Bauweise. Liegt für Ihr Grundstück kein Bebauungsplan vor, müssen Sie sich lediglich an die Bestimmungen des Baugesetzbuches halten, das Bauvorhaben in geschlossenen Ortschaften regelt. 

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