So melden Sie ein Gewerbe an

Büro mieten
© Stockbyte

Jeder darf in Deutschland ein Gewerbe führen. Der erste Schritt dazu ist die Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit beim zuständigen Amt. Da dies bei vielen Gründern zu Fragen führt, hat Immonet die wichtigsten Informationen zur Gewerbeanmeldung kurz zusammengefasst.

Wer muss sich anmelden?

Der Gewerbetreibende selbst kann und muss das Gewerbe beantragen. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personen- oder Kapitalgesellschaft der Geschäftsführer. Freiberufler bilden eine Ausnahme. Sie sind nicht dazu verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden und müssen demnach auch keine Gewerbesteuer zahlen. Unter § 18 des Einkommensteuergesetzes sind alle freien Berufe aufgelistet.

Hier können Sie sich anmelden

Die Anmeldung ist im lokal zuständigen Gewerbe- oder Ordnungsamt möglich, in dem der Sitz des Unternehmens liegen soll. Häufig befinden sich die Ämter im Bürgerhaus, Rathaus oder Bezirksamt.

Tipp: In vielen Gemeinden können die Anmeldeformulare vorab über die Webseite der Stadtverwaltung heruntergeladen und zu Hause in Ruhe ausgefüllt werden.

Das brauchen Sie für die Anmeldung

Neben dem Antrag zur Gewerbeanmeldung müssen Sie einen gültigen Personalausweis vorlegen. Ausländische Unternehmer benötigen einen Reisepass mit Meldebescheinigung sowie eine gültige Aufenthaltsgenehmigung. Je nach Art des Gewerbes sind weitere Unterlagen wie zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich.

Die Anmeldekosten fallen in den Städten unterschiedlich hoch aus und liegen zwischen 10 und 60 Euro. Hinzu kommen in einigen Fällen weitere Gebühren, etwa für das Ausstellen eines Führungszeugnisses.

Das geschieht nach der Anmeldung

Nach der Prüfung Ihrer Anmeldeformulare wird der Gewerbeschein erteilt. Eine Kopie geht automatisch an die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie das Finanzamt. Haben Sie angegeben, Mitarbeiter zu beschäftigen, wird auch die Agentur für Arbeit informiert. Je nach Art des Gewerbes erhalten auch das Handelsregistergericht, die Berufsgenossenschaft, das staatliche Gewerbeaufsichtsamt sowie das Eichamt eine Benachrichtigung.

Das Finanzamt schickt Ihnen kurz darauf einen steuerlichen Erfassungsbogen, in dem Sie unter anderem Ihre ungefähren Ausgaben, Umsätze und Gewinne angeben müssen. Je nach Höhe des Gewinns muss eventuell eine Einkommenssteuervorauszahlung entrichtet werden.

Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, erhalten Sie eine Betriebsnummer von der Agentur für Arbeit. Sie werden außerdem von der IHK als Pflichtmitglied aufgenommen und müssen ab einem Jahresgewinn von 5.200 Euro einen Mitgliedsbeitrag zahlen.

Weiterlesen:

Urteil zur Schriftform: Ein Firmenstempel kann Unterschriften ersetzen