Was ist ein Energiesparhaus?

Energiesparhaus
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Steigende Preise für Gas, Öl und Strom haben dazu geführt, dass Häuser heutzutage energieeffizient gebaut werden müssen. Das schreibt die Energieeinsparordnung (EnEV) vor und legt dafür genaue Verbrauchswerte fest, die nicht überschritten werden dürfen. Erreicht werden diese sowohl durch eine zeitgemäße Dämmung des Hauses als auch durch die Ausstattung mit modernster Heiztechnik sowie Solarkollektoren.

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Unterschiede bei Energiesparhäusern

Unter dem Begriff „Energiesparhaus" lassen sich verschiedene Arten von Häusern zusammenfassen, die sich hinsichtlich ihres Sparpotenzials unterscheiden. Um die jeweilige Bezeichnung tragen zu dürfen, müssen diese Haustypen festgelegte Anforderungen erfüllen:

  • Passivhaus: Es zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Heizung benötigt. Es ist mit einer sehr guten Dämmung und Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet und besitzt lediglich für sehr kalte Tage eine kleine Notheizung, die pro Quadratmeter jährlich maximal 1,5 Liter Heizöl verbraucht.
  • Sonnenhaus: Es gewinnt mindestens die Hälfte seiner Heizenergie über Solarkollektoren sowie einen großen Pufferspeicher.   
  • Null-Energie-Haus: Es erzeugt seinen Energiebedarf komplett selbst und benötigt keinerlei externe Energiequellen.
  • Plus-Energie-Haus: Es deckt nicht nur seinen kompletten Energiebedarf selbst, sondern erzeugt darüber hinaus sogar mehr Energie, als es verbraucht. Die überschüssige Energie kann gewinnbringend in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Vor- und Nachteile eines Energiesparhauses

Bei einem Energiesparhaus kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Vorteile bei dieser Art des Bauens deutlich überwiegen.

Der größte Vorteil liegt sicherlich bei den geringen Energiekosten. Während Eigentümer schlecht gedämmter Häuser jährlich mehrere Tausend Euro für Heizenergie zahlen müssen, fallen diese Kosten bei Energiesparhäusern zu einem Großteil oder sogar komplett weg. Betrachtet man darüber hinaus die permanenten Preisschwankungen am Energiemarkt, ist man mit einem Energiesparhaus finanziell auf der sicheren Seite.

Ein weiterer Vorteil ist der hohe Wiederverkaufswert. Energiesparhäuser lassen sich aufgrund der modernen und kostensparenden Ausstattung meist zu einem deutlich besseren Preis verkaufen als ältere, schlecht gedämmte Immobilien.

Auch das Raumklima ist bei energieeffizienten Gebäuden spürbar besser. Im Gegensatz zu schlecht gedämmten Häusern haben sie warme Wände, an denen sich weniger Feuchtigkeit absetzt und infolgedessen kein Schimmelbefall stattfindet.

Einzig in den etwas höheren Baukosten sehen Experten einen Nachteil. Diese kommen durch den Mehraufwand bei der Außenisolierung sowie die zusätzliche Wärmetechnik zustande.

Fördermöglichkeiten

Liegt der Energieverbrauch eines Neubaus unter einem gewissen Prozentsatz (55 %, 40 % bzw. 40 % mit bestimmter zusätzlicher Technik zur Energieeinsparung) der von der EnEV 2016 festgelegten Grenzwerte, kann hierfür ein Tilgungszuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Die KfW hat dafür unterschiedliche Zuschuss-Stufen – gemessen am Förderhöchstbetrag von 100.000 – festgelegt:

  • KfW 55-Häuser erhalten einen Zuschuss von 5 %, maximal jedoch 5.000 Euro
  • KfW 40-Häuser erhalten einen Zuschuss von 10 %, maximal jedoch 10.000 Euro
  • KfW 40plus-Häuser erhalten einen Zuschuss von 15 %, maximal jedoch 15.000 Euro

Darüber hinaus erhalten Bauherren, dessen Neubauten diese Kriterien erfüllen, von der KfW zusätzlich eine Zinsvergünstigung.

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