EEG: Das Erneuerbare Energien Gesetz

Regenerative Energien
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Die Notwendigkeit für Klima- und Umweltschutz ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens. Damit dieser auch umgesetzt werden kann, hat die Bundesregierung mit dem Erneuerbare Energien Gesetz, kurz EEG, Leitlinien erlassen. Im Mittelpunkt steht die Förderung erneuerbarer Energien, die künftig zur Hauptquelle des deutschen Stroms werden sollen. Das betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch Privatleute. Was hinter dem EEG steht und worauf Hausbesitzer achten müssen, hat Immonet zusammengefasst.

Solarkraft, Biogas, Wind und Wasser zählen zu den regenerativen Energien, die kaum CO2-Emissionen verursachen. Um von den begrenzten Rohstoffen Gas und Öl unabhängiger zu werden und die Umwelt zu schützen, hat die Bundesregierung das EEG eingeführt. Das Gesetz wird regelmäßig überarbeitet. Auch zum 1. Januar 2017  tritt wieder eine Novellierung des Gesetzes in Kraft.

Einspeisevergütung

Das Gesetz ist die Grundlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Kosten der Energiewende gesteuert werden und regelt Fördermaßnahmen.

Unter anderem werden den Erzeugern von Strom aus regenerativen Energien für das Einspeisen in das Stromnetz Vergütungen garantiert. Die Höhe dieser Vergütung hängt vom Zeitpunkt der Installation ab – die Sätze sinken regelmäßig. Damit wird zum einen der Degression Rechnung getragen: Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien soll langfristig auch ohne staatliche Förderung auskommen. Zum anderen wird damit ein Anreiz geschaffen, die notwendigen Technologien weiterzuentwickeln, die Effizienz der Anlagen zu steigern und sie kostengünstiger herzustellen.

Private Photovoltaikanlagen

Interessant sind für private Immobilienbesitzer vor allem die Regelungen für Photovoltaikanlagen. Sie folgen dem Prinzip des atmenden Deckels: Je größer der Zuwachs an Anlagen im Land, umso geringer die Zuschüsse. Diese werden monatlich angepasst.

Die Einspeisevergütung hängt also davon ab, wann die Anlage installiert wurde. Besitzer von Photovoltaik-Anlagen haben aber dennoch Planungssicherheit: Die jeweils geltende Einspeisevergütung aus dem Monat der Installation bleibt für 20 Jahre bestehen. Wer zum Beispiel seine Anlage im Juni 2015 in Betrieb genommen  hat, erhält noch 12,40 Cent pro Kilowattstunde eingespeisten Strom. Wer seine Anlage einen Monat eher gestartet hat, erhält noch 0,03 Cent mehr.

Schnell zu sein, kann sich da durchaus lohnen. Allerdings sollte man in diesem Zusammenhang auch die in der Regel sinkenden Preise und die sich entwickelnde Technik der Photovoltaikanlagen bedenken.

Eigenverbrauch

Wer den Strom seiner Photovoltaik-Anlage selbst verbraucht, muss umgekehrt eine Umlage entrichten. Im Jahr 2016 zum Beispiel gilt der Satz 6,35 Cent je Kilowattstunde. Gezahlt wird aber nur ein Teilbetrag, dessen Höhe immer wieder angepasst wird: 35 Prozent im Jahr 2015, 40 Prozent im Jahr 2016. Bei steigenden Energiepreisen sind Solaranlagen damit immer noch ein lohnendes Geschäft.

Wer privat Solarstrom von seinem Dach bezieht, den scheren derlei Rechnungen aber ohnehin in den wenigsten Fällen. Denn der Eigenverbrauch aus EEG-Bestandsanlagen bleibt auch nach der Novellierung des EEG 2017 von der Umlage befreit. Die Regelungen gelten nur für Solaranlagen, die mehr als zehn Kilowattstunden Leistungen bringen und diese sind auf Eigenheimen eher selten zu finden. Auch ältere Anlagen genießen Bestandsschutz und sind von der Umlage befreit. Das gilt auch dann, wenn Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen werden und die Leistung nicht mehr als um 30 Prozent steigt.

Das ändert sich mit der Novellierung des EEG zum 1. Januar 2017

Mit der Novellierung des EEG zum 1. Januar 2017 treten zahlreiche Veränderungen in Kraft. Die wichtigste betrifft die Höhe der Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Sie wird ab 2017 nicht mehr wie bisher durch den Staat bestimmt, sondern durch Ausschreibungen auf dem Energiemarkt ermittelt. Allerdings betrifft das nur Anlagen ab einer Leistung von 750 kW im Bereich Windenergie an Land sowie Solarenergie, im Bereich der Biomasse ab 150 kW. Diese sind mit der Neuregelung zur Teilnahme an Ausschreibungen verpflichtet. Kleinere Anlagen, die in der Regel auf Privathäusern zu finden sind, sind von der Neuregelung nicht betroffen. Sie profitieren wie bisher von einem gesetzlich geregelten Förderanspruch für den Strom, den sie ins Netz einspeisen. Erstmals werden auch sogenannte Bürgerenergiegesellschaften durch das Gesetz beschrieben. Sie können sich – zu vereinfachten Konditionen – an Ausschreibungen auf dem Energiemarkt beteiligen.

Mieterstrommodelle profitieren

Anders als bisher können auch Nutzer sogenannter Mieterstrommodelle von den Vorzügen einer Fotovoltaikanlage profitieren. Denn wer Solarstrom aus einem Mieterstrommodell zur Verfügung stellt, profitiert ab 2017 von einer verringerten EEG-Umlage. Grundlage des Mieterstromkonzeptes ist ein Zusammenspiel von Vermieter, Mieter und Energieversorger. So kann ein Hausbesitzer mit Solaranlagen auf dem Dach seiner Mietwohnungen seine Mieter mit selbstproduziertem Strom versorgen. Der Vermieter verkauft in der Regel den Strom an seine Mieter. Zur Abwicklung ist der jeweilige Energieversorger zwischengeschaltet. Voraussetzung ist, dass die Mieter Kunden des Energieversorgers sind. Mieterstrommodelle lassen sich auch mit kleinen Blockheizkraftwerken (BHKW) realisieren. Diesie profitieren gemäß EEG-Novelle 2017 aber nicht von der Absenkung der EEG-Umlage.

Wohnungseigentümergemeinschaften bleiben außen vor

Für Unmut sorgt die Entscheidung der Regierung zu den Mieterstrommodellen bei Eigentümergemeinschaften. Sie bleiben – wie bisher auch – bei der Gesetzesnovelle außen vor. Denn schließen sich Wohnungseigentümer zusammen, um gemeinsam eine Anlage zu betreiben, erkennt der Gesetzgeber die geforderte Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Endverbraucher nicht an. Deshalb müssen Eigentümer von solchen Gemeinschaftsanlagen die EEG-Umlage in voller Höhe entrichten. Martin Kaßler, Geschäftsführer des DDIV, des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter, kritisiert die Regelung. „Die Folge ist eine Diskriminierung selbstnutzender Wohnungseigentümer bei der Eigenversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien“, sagt er in einer Pressemitteilung. Zudem befürchtet der Verband ein Abrechnungschaos und einen erhöhten bürokratischen Aufwand für Immobilienverwaltungen und Eigentümer.

Feste Vergütung sinkt weiterhin

Wie bisher auch, sieht die Novellierung des EEG ab 2017 eine schrittweise Verringerung der gesetzlich garantierten Vergütung für selbstproduzierten Strom vor. Während die Vergütungssätze, die sich nach Größe und Technologie der jeweiligen Anlage richten, unverändert bleiben, gibt es eine Neuregelung der Degression. Der dabei angelegte Wert wird ab 2017 jeden Monat um 0,5 Prozent abgesenkt. Alle drei Monate wird künftig überprüft, wie viele neue Anlagen hinzugekommen sind. Abhängig von der Zahl der Neuanlagen wird die sogenannte Basisdegression einmal pro Quartal angepasst.

Kleine Biomasseanlagen

Betreiber kleiner Biomasseanlagen bis 150 kW können wie bisher die gesetzlich definierte feste Vergütung in Anspruch nehmen. Sie liegt bei 13,32 Cent je Kilowattstunde.

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