Bürogemeinschaft für Freiberufler

Bürogemeinschaft
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Bürogemeinschaften, auch „Coworking“ genannt, gibt es in Deutschland immer häufiger. Sie sind ein Zusammenschluss von Freiberuflern, die sich Büroräume teilen sowie alles, was damit verbunden ist. Sie sind vergleichbar mit einer Wohngemeinschaft – nur eben auf beruflicher Ebene. 

Vorteile von Bürogemeinschaften

Der größte Vorteil einer Bürogemeinschaft im Vergleich zu eigenen Büroräumen liegt im Kostenfaktor. Teilt man mit anderen Freiberuflern die regelmäßigen Aufwendungen für Miete, Strom und Heizung, können monatlich enorme Kosten gespart oder für das gleiche Geld eine modernere und optisch ansprechendere Immobilie angemietet werden.
 
Hinzu kommt, dass Sie von Ihren Bürokollegen auch beruflich profitieren können. Sind Sie in ähnlichen Branchen beheimatet, können Sie nicht nur auf die Kenntnisse und Ideen der anderen zurückgreifen, sondern sich auch deren Netzwerk zunutze machen.

Bürogemeinschaften haben auch Nachteile

Gelegentlich kommt es in „schlechten Zeiten“ bei dem einen oder anderen zu finanziellen Engpässen, so dass der Mietanteil nicht fristgerecht gezahlt werden kann. Dies führt schnell zu Streitigkeiten – besonders dann, wenn nur ein Partner als Hauptmieter im Vertrag steht.

Weiteres Konfliktpotenzial bergen unterschiedliche Vorstellungen über die Zuständigkeiten und den Gebrauch der einzelnen Bereiche des Büros. In beiden Fällen kann es hilfreich sein, einen Vertrag aufzusetzen, der Absprachen zu Zahlungen und Zuständigkeiten regelt.  
 
Ein weiterer Nachteil ist der Mangel an Privatsphäre bei der Arbeit. Während die einen den ganzen Tag das Radio im Hintergrund laufen lassen, benötigen andere absolute Ruhe, um konzentriert ihrer Arbeit nachgehen zu können. Auch häufige Telefonate oder Besuche können als störend empfunden werden. Auch hier sollte man mittels konkreter Absprachen versuchen, einen gemeinsamen Mittelweg zu finden.

So finden Sie eine Bürogemeinschaft

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen oder mehrere Partner für eine Bürogemeinschaft zu suchen. Auf Immonet werden Sie schnell fündig. Oder Sie schalten einfach selbst eine Anzeige. Darin können Sie Ihre Vorstellungen und Ansichten zu einer Büropartnerschaft ganz genau schildern.

Wenn Sie den persönlichen Kontakt bevorzugen, bieten sich zum Beispiel Gründerevents oder Messen an. Bei einem ersten Kennenlernen können Sie schnell herausfinden, ob Sympathie vorhanden ist und Sie in den wesentlichen Punkten die gleichen Vorstellungen haben.

Eine weitere Alternative ist eine Rundmail an Ihr Netzwerk. Vielleicht kann Ihnen jemand einen geeigneten Büropartner empfehlen.

Darauf müssen Sie achten

Wenn Sie sich mit einem weiteren Unternehmer zu einer Bürogemeinschaft zusammenschließen und diese auch nach außen vermitteln, gründen Sie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (kurz GbR) – auch ohne Gesellschaftervertrag. Sie teilen sich dann nicht nur das Büro, sondern auch die Haftung für jegliche Belange, notfalls mit Ihrem Privatvermögen. Sie müssen zusammen Umsatz- und Gewerbesteuer zahlen sowie eine gemeinsame Steuererklärung einreichen.

Möchten Sie dies nicht, sollten Sie nach außen vermitteln, dass Sie als eigenständig arbeitende Unternehmen agieren. Dies beinhaltet zum Beispiel getrennte Klingelschilder, unterschiedliche Unternehmensdarstellungen im Internet, keine gemeinsamen Angestellten sowie getrennte Rechnungen.

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