Baumängel: Beweissicherung und Dokumentation

Baumängel: Beweissicherung und Dokumentation
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Auf der Baustelle sind Zeit und Kosten die wichtigsten Faktoren. Dieser Umstand hat nicht selten Baumängel zur Folge, deren Behebung oft mit erheblichen Kosten verbunden ist. Professionelle Unterstützung erhalten Bauherren durch einen Berater, der Qualitätskontrollen vornimmt und Pfusch am Bau vorbeugt.

Die häufigsten Baumängel

Etwa 40 Prozent aller Fehler werden bereits bei der Planung gemacht: So werden häufig notwendige Wärmeschutzmaßnahmen unterschätzt oder die Tragfähigkeit des Baugrundes falsch eingeschätzt. Auch feuchte Keller und Fundamente, nicht ausreichend abgedichtete Fugen oder undichte Fenster sind häufige Spätschäden.

Berater hinzuziehen und Baudokumentation erstellen

An einem Neubau machen sich Baumängel nicht immer sofort bemerkbar. Und die Hälfte aller Baufehler kommt erst nach Jahren ans Tageslicht. Streitigkeiten zwischen Bauherr und Handwerksunternehmen sind dann die Folge. Werden diese vor Gericht ausgetragen, kommt es bei 41 Prozent der Fälle nicht zum Zuspruch der vollständigen Forderung, sondern nur zu einem Vergleich, so der Bauherren-Schutzbund. Häufig sind solche Prozesse langwierig, nervenaufreibend und kostenintensiv. Sie scheitern in vielen Fällen an ungenügender Beweissicherung der aufgeführten Mängel. Gerichtskosten und Honorare für Gutachter belasten das Budget des Bauherrn zusätzlich.

Damit das nicht passiert, empfiehlt es sich, das Bauvorhaben von einem Experten bzw. Sachverständigen begutachten und begleiten zu lassen. Dieser übernimmt die Dokumentation während des Baus, so dass Sie im Falle einer Auseinandersetzung die Argumente schriftlich vorlegen können. Auch vor Beginn der Bauarbeiten sollte eine Aufnahme des Zustandes erfolgen, eine so genannte Beweissicherung, um abzuschätzen und zu dokumentieren, welche Schäden bei den Baumaßnahmen erwartet werden. So kann man sich vor nachbarschaftlichen Streitigkeiten schützen.

Sachverständige, Anwälte und weitere Infos finden sich beim Bauherren-Schutzbund unter www.bsb-ev.de, beim TÜV, den zuständigen Verbraucherzentralen oder beim Bund der Bausachverständigen unter www.bbausv.de.

Ansprüche rechtzeitig geltend machen

Bauverträge werden nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) oder der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) abgeschlossen. Bei einem Vertrag gemäß VOB hat der Bauherr vier Jahre Zeit, seine Ansprüche geltend zu machen, während ihm bei einem Vertrag auf Grundlage des BGB fünf Jahre bleiben. Die Gewährleistungsfrist sollte der Bauherr unbedingt im Auge behalten. Besonders wichtig ist, so früh wie möglich einen unabhängigen Berater einzuschalten, der den Bau je nach gewünschtem Leistungsumfang betreut. So ein Berater kann etwa die Baubeschreibung beurteilen oder das Vorgehen am Bau kontrollieren. Der TÜV Rheinland führt beispielsweise einen Fünf-Phasen-Check während der wichtigsten Bauabschnitte durch. Details zur Immobilienwertung finden Sie bei Immonet.

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